Der Test unserer neuen Eiswürfelmaschine ist abgeschlossen und sie verbleibt auf jedem Fall im Bestand. Wir hatten uns für das Gerät von Unold entschieden (das hatte bei Amazon die wenigsten negativen Kritiken):

Zunächst mal zur Problemstellung: Auf der Hütte im Zillertal ist nur ein “normaler” Kühlschrank installiert mit einem *** Gefrierfach. Das genügt zwar, um Tiefgefrorenes noch ein paar Tage kalt zu halten, möchte ich in diesem Fach aber Eiswürfel zubereiten, muß ich die Schalen morgens einsetzen und nach 12 Stunden sind die Eiswürfel einigermaßen fest gefroren. Mit den zwei Eiswürfelschalten aus meiner mobilen Bar habe ich auf diese Weise 32 Eiwürfel täglich zur Verfügung. Das ist nicht genug für die Hüttenbar. Bisher behalf ich mir durch die Beschaffung von Eiswürfeln von der Shell Tankstelle in Hippach, die hat aber ihre Kühltruhe abgebaut und verkauft kein Eis mehr.
Die Eiswürfelmaschine von Unold wurde vorgestern geliefert und konnte somit rechtzeitig vor dem nächsten Hüttenaufenthalt getestet werden. Erstmal nur ausgepackt, etwas Wasser eingefüllt und an den Strom angeschlossen, produzierte sie nach knapp 15 Minuten die ersten 8 Würfel(chen). Es kommen immer 8 auf einmal – die Maschine läßt an 8 Stiften im oberen Teil kaltes Wasser runtertropfen, das dann festfriert, nach einer festgelegten Zeit fallen die 8 Würfel dann in die Schublade. Man kann drei Zeitstufen vorwählen, das entspricht 3 verschiedenen Größen der Eiswürfel:

Der Eisberg auf der Eis-Schublade ist übrigens nur ein aufgedrucktes Bild. Im Laufe der Produktion werden die Eiswürfel dann etwas größer und nach 2 Stunden ist mein Eiswürfelbehälter dann gefüllt:

Somit erfüllt die Eiswürfelmaschine schon mal die erste Anforderung: Ich muß nicht 12 Stunden vorher die Hüttenparty vorbereiten, 2 Stunden genügen mir für die erste Ladung Eiswürfel, strenggenommen kann man schon nach 1 Stunde die ersten Drinks mixen. Und: Die Eiswürfelmaschine kann während der Party weiterlaufen und produziert alle 2 Stunden wieder einen Eiswürfelbehälter voll Eiswürfeln. Spätestens dann müssen die Würfel auch in ein isoliertes Gefäß umgefüllt werden, weil der Auffangbehälter selbst nicht wirklich isoliert ist und die Dinger dann wieder in den Wassertank zurückschmelzen.
Bemängelt wurde von allen Rezensenten bei Amazon die Reinigung der Maschine, man müßte die 11 kg Kiste für mindestens 30 Minuten im Arm halten, weil der Ablaßstopfen unten ist und man die Kiste nicht kippen darf (wie auch jeden Kühlschrank). Na gut, ich hab sie einfach schräg über die Spüle gestellt

und der Ablaßstopfen unten am Gerät war zugänglich (übrigens ist ein Ersatzschraubdeckel sogar im Lieferumfang, wohl, falls man den mal verliert):

Das Ablassen des Restwassers dauert tatsächlich recht lange, aber stört ja nicht, wenn sie stabil steht.
Nun konnte Phase 2 des Tests anlaufen, die Maschine wurde erstmal gründlich geputzt und mußte zeigen, ob sie auch einen ganzen Tag am Stück laufen mag. Dabei stellten wir auch fest, daß der sehr penetrante Plastikgeruch im Laufe des Tages etwas schwächer wurde. Allerdings nicht ganz verschwand. Außer Betrieb riecht sie leicht nach Plastik, im Betrieb recht stark, das läßt dann nach einigen Stunden etwas nach. Mich stört das nicht, denn ich werde die Eiswürfelmaschine sicherlich nicht in der Hüttenstube betreiben, wo nebenan der Ofen steht und Hitze produziert. Außerhalb der Stube kann sie ruhig etwas vor sich hin müffeln. Ich habe tagsüber auch mit Eiswürfeln im Leitungswasser getestet und durfte feststellen, daß der penetrante Plastikgeruch nicht in die Eiswürfel mitgeht – der betrifft nur den Aufstellungsort.
Jetzt mußte die Konsistenz des Eises geprüft werden. Die Würfel sind bauartbedingt trüb und haben ein Loch in der Mitte. Sie sind etwas kleiner, als meine normalen Eiswürfel, das stört mich aber nicht. Sie sind nicht so kalt, wie aus dem heimischen -18 Grad Tiefkühlschrank und natürlich mußte ich ausprobieren, wie lange sie in einem Cocktail überleben (im Bild ein Neuzugang in meiner Karte: Big Ben – Gin, Zitronen- und Orangensaft, Grenadine und Bitter Lemon):

Sie schmelzen vergleichsweise schnell, was den Drink dann verwässert. Das Problem habe ich aber mit den Eiswürfeln aus dem Kühlschrank auf der Hütte auch schon. Ich behelfe mir dann so, daß ich die Eiswürfel, die ich im Shaker verwende, mit dem Strainer zurückhalte und ins Glas neue Eiswürfel tue, dann halten sie etwas länger. Hier zuhause im Salon Bellevue lasse ich die Eiswürfel aus dem Shaker mit ins Glas gleiten, die sind nach dem Austrinken immer noch zur Hälfte da.
Somit wäre auch der Einsatzbereich der Eiswürfelmaschine geklärt: In unserer Hüttenbar ist die Eiswürfelmaschine eine klare Verbesserung gegenüber dem Istzustand, ich muß nicht mehr 12 Stunden vorher an Eiswürfel denken, eine Stunde genügt auch. Und sie produziert während der Hüttenparty ja fleißig weiter Eiswürfel, so daß die Party nicht mehr durch das Ende des Eiswürfelvorrates, sondern durch das Fassungsvermögen der Gäste begrenzt wird.
Hier im Salon Bellevue wird sie die Eiswürfel aus dem Tiefkühlschrank nicht ersetzen, allenfalls mal bei einer Gartenparty, wenn ich mit der mobilen Bar direkt auf der Terrasse pansche.